„Wir machen das einfach agil.“
Diesen Satz habe ich in Meetings zu digitalen Großprojekten schon oft gehört. Und meine Replik war stets dieselbe: „Nein, das machen wir nicht. Außer natürlich, wir wollen das Budget sprengen und uns in sechs Monaten wegen Burnouts kollektiv krankmelden.“
Kurz gesagt:
Agilität ist kein Ersatz für Strategie. Digitale Großprojekte sind nichts, was man einfach so „on the fly“ macht. Klar, bisweilen ist Improvisation notwendig, aber wer komplexe IT-Architekturen hochziehen will, braucht zuvorderst eine klare und verbindliche Strategie. Die wiederum hat drei Pfeiler.
Die drei Pfeiler einer verbindlichen Digitalstrategie
- Erst das Fundament, dann die Features
Ein knallhartes MVP-Denken (Minimum Viable Product) braucht es zwar nicht immer, aber zumindest eine allgemeine Verständigung über die generelle technische Basis. Erst wenn diese steht, kann man über die Kür in Form zusätzlicher Features nachdenken.
2. Klartext statt Buzzword-Bingo
ine gemeinsame Sprache ist kein Nice-to-have, sondern eine zentrale Voraussetzung für den Projekterfolg. Zudem empfiehlt sich auf Kund:innenseite die Einbindung von Product Ownern, um für die Geschäftsleitung zu übersetzen.
3. Die Menschen mitnehmen
Die schönsten Plattformen sind ineffektiv, wenn die Mitarbeiter:innen nicht damit umgehen können. Ein Teil des Budgets sollte deshalb unbedingt in internes Enablement, Training und Kulturarbeit fließen.
Fazit: Bergbesteigung statt Sprint
Ein digitales Großprojekt ist kein Sprint, aber auch kein Marathon. Es ähnelt vielmehr einer Bergbesteigung, für die man eine Route festlegt, Zwischenetappen zur Überprüfung einplant und sich schließlich freut, wenn der Gipfel erklommen ist.








