KI ist kein Software-,sondern ein Unternehmensupdate. 



Wer KI als Tool einführt, riskiert viel. Vielleicht zu viel.

In meinem letzten Beitrag beschrieb ich am Beispiel von mir die individuellen Herausforderungen durch KI. Daran möchte ich heute anknüpfen und mich den gemeinschaftlichen Herausforderungen zuwenden, sprich: Was KI mit Unternehmen und Teams macht.

Interessanterweise passiert bei der Einführung von KI-Lösungen häufig dasselbe: Zunächst sind alle begeistert und schnelle Produktionsgewinne werden sichtbar, doch dann stockt das Ganze auf einmal, es entstehen Zweifel an der Qualität, zwischen den Abteilungen entstehen Reibungen und die anfängliche Euphorie weicht Verwirrung und Enttäuschung.

Warum ist das so? Wer genauer hinschaut, bemerkt viererlei:
– Fast immer wurden die KI-Tools in Nacht- und Nebelaktionen ausgerollt.
– Das Ausmaß der Tool-Nutzung variiert stark von Abteilung zu Abteilung.
– Viele Mitarbeiter:innen haben kein Onboarding erfahren und/oder sind nicht auf dem demselben Wissenstand.
– Suboptimale Prozesse, die vor der Einführung der Tools noch halbwegs funktionierten, sorgen jetzt für Chaos. 

Wir sehen also, dass das Problem abermals nicht die Technologie ist, sondern der Umgang mit ihr: KI wurde einfach wie ein Softwareupdate auf bestehende Strukturen aufgespielt und dann zusammen mit den Mitarbeiter:innen sich selbst überlassen.

Was können Unternehmen tun, um nicht in diese Falle zu tappen? Tatsächlich ist hier die Führungsebene gefragt – sie muss von Anfang den richtigen Rahmen setzen. Konkret heißt das:

 

🔄  Prozesse klar definieren und designen
In welchem Unternehmensbereich macht der Einsatz von KI überhaupt Sinn? Wo kann sie Produktions- und Effizienzgewinne bringen? Und wie müssen die Prozesse im Detail gestaltet sein, damit KI ihre Wirkung optimal entfalten kann?

👌 Verpflichtende Qualitätsstandards festlegen
Minderwertiger Output beschädigt die Marke. Mitarbeiter:innen müssen daher befähigt und verpflichtet werden, keinen „AI-Slop“ zu produzieren, sondern die Qualität hochzuhalten. Außerdem wichtig: Wo darf KI unterstützen und wo muss weiterhin „Made by Humans“ draufstehen?

🛠️ Mit Pilotprojekten starten
Anstatt sofort blindem Aktionismus zu frönen, sollte man zunächst mit ausgewählten Projekten beginnen. Dadurch gewinnt man Souveränität im Umgang mit KI – und Daten für den nächsten Schritt.

💪 Strategische Urteilskraft stärken
KI nimmt uns zwar das Handwerk und viele Prozessschritte ab, aber der Mensch bleibt am Steuer. Mitarbeiter:innen müssen folglich in die Lage gebracht werden, die Technologie nicht einfach nur zu nutzen, sondern strategisch zu führen.


Sie wollen mehr über uns erfahren!

LET’S TALK!

Avatar von Florian Heubach

Autor

Mehr Signale

  • Mr. Spock ist sein größter Fan, Mr. Data möchte sein wie er.

    Mr. Spock ist sein größter Fan, Mr. Data möchte sein wie er.

    Kein Wunder, schließlich ist nichts und niemand faszinierender als Florian, der Kreationscyborg von Lingner Digital! Egal, welchen Input dieser Wunderwuzzi von unseren Kund:innen erhält, sein Output sorgt stets für Staunen: 💡 Supersmarte KonzepteResistance is futile: Dank seiner positronisch verankerten Positionierungsfähigkeiten sind Florians Designs immer optimal auf Marken und Zielgruppen abgestimmt – und sehen obendrein auch noch…

  • Digitale Qualität ist Chef:innensache.

    Digitale Qualität ist Chef:innensache.

    Der Vertrieb kümmert sich um den Vertrieb, das Marketing ums Marketing, die IT um die IT – aber wer ist für die digitale Qualität zuständig? Meine Antwort ist klar: Digitale Qualität gehört in den Aufgabenbereich der Geschäftsführung. Denn sie ist eine direkte Folge strategischer Grundsatzentscheidungen.Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Wenn die Geschäftsführung die…

  • Lingner Lab

    Lingner Lab

    Bei uns gibt es einen Ort, der sicherer ist als Fort Knox. Neue Software, KI-Tools, halbgare Konzepte, abwegige Ideen – an diesem Ort wird alles getestet. Ohne Briefing, ohne Deadline – und ohne Garantie, dass am Ende etwas Brauchbares herauskommt. Dieser Ort ist das L//D Lab. Ab sofort schenken wir Ihnen regelmäßig einen Einblick in…

  • Optik vs. Funktionalität

    Optik vs. Funktionalität

    Es gibt viele legendäre Ringkämpfe. Doch keiner dieser Kämpfe wurde und wird so erbittert geführt wie der zwischen Optik und Funktionalität im Webdesign.

  • Recruiting im Mittelstand 
neu denken.
Und besser machen. 



    Recruiting im Mittelstand 
neu denken.
Und besser machen. 



    „Junger Vertriebsspezialist mit 30 Jahren Erfahrung gesucht. Arabischkenntnisse auf C2-Niveau und Nobelpreis in Medizin obligatorisch.“ Was hier lustig anmutet, ist in vielen Stellenanzeigen von Mittelstandsunternehmen leider Realität: Es werden utopische Anforderungen formuliert, die mögliche Kandidat:innen nicht zur Kontaktaufnahme motivieren, sondern von vornherein abschrecken. Und als ob das noch nicht genug wäre, erfolgt im Anschluss nicht…

  • Wenn Tradition zur Innovations-bremse wird.

    Wenn Tradition zur Innovations-bremse wird.

    Tradition ist ein Hindernis in vielen mittelständischen Betrieben. Ich meine damit allerdings nicht die kulturelle Tradition der Unternehmen, sondern vielmehr ihre technische. Konkret ausgedrückt: das Festhalten an sog. „Legacy-Systemen“, also veralteter IT-Hard- und Software. Getreu dem Motto „Never change a running system“ behält man diese auf Biegen und Brechen bei, obwohl die Mängel offensichtlich sind:…


Beam your project up.

LET’S TALK!